Rathaus & Politik

Überblick

Notfallvorsorge in Vaterstetten

Maßnahmen für Stromausfälle und andere Krisensituationen


Die Gemeinde Vaterstetten hat einen umfassenden Ratgeber zur Notfallvorsorge erarbeitet, der Anfang der Woche an alle Haushalte im Gemeindegebiet verteilt wurde. Anlass ist die wachsende Abhängigkeit unserer Gesellschaft von einer funktionierenden Strom-, Gas- und Kommunikationsversorgung. Kommt es zu einem längeren Ausfall – etwa durch einen Blackout oder andere Krisensituationen – kann das gewohnte Leben erheblich eingeschränkt sein. Auch wenn Fachleute einen großflächigen Stromausfall derzeit für wenig wahrscheinlich halten – eine gute Vorbereitung hilft, falls es doch soweit kommt. Die Gemeinde Vaterstetten hat daher Notfallpläne erarbeitet und infrastrukturelle Vorkehrungen getroffen, um in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.

Checkliste zur Selbstversorgung
Dazu gehört auch: Jeder Haushalt sollte in der Lage sein, sich im Ernstfall mindestens zehn Tage lang selbst zu versorgen – ohne Strom, Gas, digitale Kommunikation. Der Flyer enthält eine Checkliste, was pro Haushalt in welcher Menge zuhause vorrätig sein sollte, und wo weitere Informationen zu finden sind. Vaterstettens Erster Bürgermeister Leonhard Spitzauer appelliert an die Einwohnerinnen und Einwohner, den Flyer sorgfältig zu lesen und die empfohlenen Maßnahmen umzusetzen: „Nehmen Sie sich Zeit für die Checkliste und bewahren Sie den Flyer gut auf – damit er im Bedarfsfall schnell zur Hand ist.“

Die Notfallvorsorge in Vaterstetten ist Teil einer bundesweiten Zeitenwende im Bevölkerungsschutz: Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist die zivile Verteidigung wieder in den Fokus gerückt. Zivile und militärische Verteidigung müssen Hand in Hand gehen. Deutschland ist heute bereits Ziel hybrider Angriffe – darunter Cyber-Attacken, Sabotageakte und Desinformationskampagnen.

Für eine Gemeinde bedeutet das: Zivile Verteidigung beginnt im eigenen Haushalt. Die Fähigkeit, sich und seine Familie mindestens zehn Tage lang zu versorgen, ist der erste und wichtigste Baustein einer widerstandsfähigen Gesellschaft. Wer vorbereitet ist, entlastet im Ernstfall die Einsatzkräfte und schützt sich sowie seine Nachbarn. Der jetzt verteilte Flyer ist daher auch als Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz zu verstehen.

Anlauf- und Notrufmeldestellen im Gemeindegebiet
Für den Fall eines länger andauernden Stromausfalls hat die Gemeinde sogenannte Leuchttürme eingerichtet – neben dem Rathaus Vaterstetten sind das die Grundschule in der Brunnenstraße in Baldham sowie die Grundschule Parsdorf. Diese Anlaufstellen informieren die Bevölkerung über die aktuelle Lage, leisten Hilfe – etwa die Kühlung lebenswichtiger Medikamente – und koordinieren Spontanhelfer sowie Hilfsgüter.  Gewarnt wird die Bevölkerung über Aushänge an Bekanntmachungstafeln, mobile Lautsprecherdurchsagen, die Warn-App NINA sowie Cell Broadcast – also Direktnachrichten aufs Mobiltelefon. Wichtig ist, dass die Bürgerinnen und Bürger die NINA-App installieren, falls noch nicht geschehen.

Notrufmeldestellen: Feuerwehrhäuser als Anlaufpunkte
Sollte die Telekommunikation ausfallen, dienen die Feuerwehrhäuser im Gemeindegebiet als Notrufmeldestellen. Dringende Notfälle können direkt an folgende Standorten gemeldet werden:

  • Feuerwehrhaus Vaterstetten, Verdistraße 41, 85591 Vaterstetten
  •  Feuerwehrhaus Parsdorf, Dorfplatz 1a, 85599 Parsdorf
  • Feuerwehrhaus Neufarn, Schulstraße 18, 85646 Neufarn
  • Feuerwehrhaus Weißenfeld, Ottendichler Straße 8, 85622 Weißenfeld
  • Feuerwehrhaus Purfing, Stürzerweg 8, 85646 Purfing
  • Feuerwehrhaus Baldham-Dorf, Vaterstettener Straße 2, 85598 Baldham

 

Wichtige Notrufnummern:
Polizei 110 | Feuerwehr 112 | Rettungsdienst 112 | Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

Neuer BBK-Ratgeber für die persönliche Notfallvorsorge
Die Gemeinde Vaterstetten verweist auch auf den grundlegend überarbeiteten Ratgeber des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. Neben klassischen Themen wie Bevorratung und Notapotheke behandelt er auch den Umgang mit Desinformation, mentale Gesundheit in Krisenlagen, Schutzorte sowie die konkreten Auswirkungen eines Stromausfalls. Checklisten helfen dabei, die Empfehlungen Schritt für Schritt umzusetzen – ja nach Bedürfnissen, Unverträglichkeiten und Lebensumständen. Dabei gilt der Grundsatz: Auch ein Vorrat für drei Tage ist bereits ein wichtiger Schritt.

Der Notfall-Flyer und der BBK-Ratgeber legen im Rathaus zur Abholung bereit.