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Aktuelles aus der Gemeinde Vaterstetten

NOTFALLVORSORGE

Gut vorbereitet für den Ernstfall

Vorbereitung ist besser als Nachsorge

Anlass für die Erarbeitung des Flyers "Notfallvorsorge - Blackout und andere Krisensituationen" ist die wachsende Abhängigkeit unserer Gesellschaft von einer funktionierenden Strom-, Gas- und Kommunikationsversorgung. Kommt es zu einem längeren Ausfall – etwa durch einen Blackout oder andere Krisensituationen – kann das gewohnte Leben schnell erheblich eingeschränkt sein.

Auch wenn Fachleute einen großflächigen Stromausfall derzeit für wenig wahrscheinlich halten, gilt: Vorbereitung ist besser als Nachsorge. Die Gemeinde Vaterstetten hat bereits Notfallpläne erarbeitet und infrastrukturelle Vorkehrungen getroffen, um in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Das erklärte Ziel ist, dass jeder Haushalt in der Lage sein soll, sich im Ernstfall mindestens zehn Tage lang selbst zu versorgen – ohne Strom, Gas oder laufende Kommunikationsnetze. 

Im Flyer gibt es eine Checkliste, was jeder Haushalt in welcher Menge zuhause vorrätig haben sollte und wo weitere Informationen zu finden sind. Vaterstettens Erster Bürgermeister Leonhard Spitzauer appelliert an die Einwohnerinnen und Einwohner, den Flyer sorgfältig zu lesen und die empfohlenen Vorsorgemaßnahmen umzusetzen: „Nehmen Sie ich bitte etwas Zeit, Ihre persönliche Vorsorge zu überdenken, und bewahren Sie den Flyer gut auf – damit er im Bedarfsfall schnell zur Hand ist.“

Zivile Verteidigung in Deutschland

Die Notfallvorsorge in Vaterstetten steht nicht für sich allein, sondern ist Teil einer bundesweiten Zeitenwende im Bevölkerungsschutz. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist das Thema Zivile Verteidigung in Deutschland wieder in den Fokus gerückt. Über 30 Jahre lang spielte es nach dem Ende des Kalten Krieges kaum eine Rolle – viele Strukturen wurden abgebaut. Das ändert sich jetzt grundlegend. Die Zeitenwende erfordert eine Gesamtverteidigung – das bedeutet: Zivile und militärische Verteidigung müssen Hand in Hand gehen. Deutschland ist heute bereits Ziel hybrider Angriffe – darunter Cyber-Attacken, Sabotageakte und Desinformationskampagnen.

Was bedeutet das für uns als Gemeinde? 

Zivile Verteidigung beginnt nicht erst beim Bund oder beim Landkreis – sie beginnt im eigenen Haushalt. Die Fähigkeit, sich selbst und seine Familie mindestens zehn Tage lang zu versorgen, ist der erste und wichtigste Baustein einer widerstandsfähigen Gesellschaft. Wer vorbereitet ist, entlastet im Ernstfall die Einsatzkräfte und schützt sich und seine Nachbarn. Der jetzt verteilte Flyer ist daher auch als Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz zu verstehen.

"Leuchttürme" – Anlaufstellen für die Bevölkerung

Für den Fall eines länger andauernden Stromausfalls hat die Gemeinde ein Netz aus sogenannten Leuchttürmen eingerichtet – das Rathaus Vaterstetten, die Grundschule in der Brunnenstraße in Baldham sowie die Grundschule Parsdorf. Diese Anlaufstellen informieren die Bevölkerung über die aktuelle Lage, leisten allgemeine Hilfe – etwa die Kühlung lebenswichtiger Medikamente – und koordinieren Spontanhelfer sowie Hilfsgüter. Auch eine Notfallseelsorge wird dort von den örtlichen Kirchen angeboten.