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Aktuelles aus der Gemeinde Vaterstetten

Erfolgreiche Hauptbereisung durch die AGFK Bayern 

Vaterstetten erhält Siegel „Fahrradfreundliche Kommune“ 


Maria Wirnitzer, Erste Bürgermeisterin: „Vaterstetten hat sich schon lange darum bemüht, für Radfahrende attraktiv zu sein und deren Interessen und Bedarfe zu verfolgen. Mit der Bewerbung um die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen e.V., hatten wir uns 2022 ein klares Ziel und klare Aufgaben gesteckt. Die heutige Aufnahme in die AGFK ist eine tolle Bestätigung für die Arbeit, die wir in den letzten vier Jahren in die Förderung und Verbesserung unserer Fahrrad-Infrastruktur gesteckt haben. Wir sehen sie als Ansporn, diesen Weg konsequent weiter zu beschreiten.“ 

Auch Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der AGFK Bayern, bestätigte in ihrer Schlussbewertung der Hauptbereisung, dass Vaterstetten in den vergangenen vier Jahren eine sehr gute Basis für die Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit der Gemeinde gelegt habe: „Hier ziehen offensichtlich alle an einem Strang – zwischen Verwaltung und Politik, Institutionen wie dem ADFC oder dem AK Mobilitätswende, Vertretern des Landkreises und des Staatlichen Bauamtes besteht offensichtlich ein ständiger, konstruktiver Dialog; Mobilität wird von Anfang an mitgedacht, selbst die Sicht der Bürger wird mit einbezogen.“   

Kriterien für die Aufnahme in die AGFK

Die AGFK, das stetig wachsende Netzwerk bayerischer Kommunen, existiert bereits seit 2012 und umfasst inzwischen 143 Städte, Gemeinden und Landkreise. Mit der Mitgliedschaft gilt es umfangreiche Kriterien in den Bereichen Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service zu erfüllen. Die Aufnahme in die AGFK Bayern erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt erfolgt eine Bestandserfassung der Radverkehrsförderung in der Kommune – die sogenannte Vorbereisung. Dann hat die Kommune vier Jahre Zeit um die Handlungsempfehlungen der Bewertungskommission umzusetzen. Ob es gelungen ist, die Aufnahmekriterien der Arbeitsgemeinschaft zu erfüllen, entscheidet eine Bewertungskommission der AGFK Bayern, bestehend aus einem Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr oder der Landesbaudirektion / Referat Radverkehr sowie einem Vertreter der AGFK Bayern Geschäftsstelle und des ADFC Landesverband Bayern, im Rahmen einer Hauptbereisung.

Die Hauptbereisung der Gemeinde Vaterstetten

Die Hauptbereisung der Gemeinde Vaterstetten fand am 22. September 2026 statt. Die Bewertungskommission der AGFK Bayern bestand aus Christian Deuerling von der Landesbaudirektion / Referat Radverkehr, Sarah Guttenberger von der Geschäftsstelle des AGFK Bayern und Robert Burschik vom ADFC Landesverband Bayern. Am Vormittag wurde der aktuelle Stand zur Fahrradförderung anhand des mehrseitigen Kriterienkatalogs der AGFK Bayern detailliert vorgestellt. Dazu wurde auch Landrat Robert Niedergesäß, in seiner Funktion als Vorsitzender der AGFK Bayern, per Video zugeschaltet. Am Nachmittag wurde in der eigentlichen Rad-Bereisung durch die Kommune die Infrastruktur auf Herz und Nieren überprüft und mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung direkt vor Ort diskutiert. Mit dabei waren neben der Ersten Bürgermeisterin, Maria Wirnitzer, Felix Forstner, Sachgebietsleiter Mobilität, Tiefbau und Straßenverkehrsrecht, Laura Knoll, Mobilitätsmanagerin und Radverkehrsbeauftragte, Josef Mittermeier, Gemeinderat und -referent für Mobilität & Verkehrswege sowie Vertreter des Staatlichen Bauamts Rosenheim, des Landratsamtes Ebersberg, des lokalen ADFC und des Arbeitskreis Mobilitätswende Vaterstetten.

Am Schluss der ganztägigen Begutachtung kam die Kommission zum Ergebnis, die Gemeinde Vaterstetten als dauerhaftes Mitglied in die AGFK Bayern e.V. aufzunehmen und für die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“, verliehen durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, vorzuschlagen. Die offizielle Beurkundung durch das Bayrische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr findet am 24. Februar 2027 in München statt.

Besonders positiv bewertete die Kommission unter anderem folgende Punkte:

  • das politische Bekenntnis der Gemeinde zur Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit im Rahmen eines Grundsatzbeschlusses (2023)
  • das ambitionierte Ziel, den prozentualen Anteil des Radverkehrs am Modal Split, d.h. der allgemeinen Verkehrsmittelwahl, von heutigen 23,5% um 5% bis zum Jahr 2030 steigern zu wollen
  • die detaillierte Erarbeitung eines Radverkehrskonzeptes, das die Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre bildet sowie
  • die frühe Berücksichtigung von Mobilitätsaspekten bereits in der Bauleitplanung der Gemeinde

 

Bei der Rad-Bereisung wurden Fahrradabstellanlagen, Straßenmarkierungen und -beschilderungen, die Vorfahrtsberechtigung der neuen Fahrradstraßen uvm. begutachtet und im Nachgang als sehr positiv bewertet.

Gleichzeitig wurden Handlungsempfehlungen für die Zukunft ausgesprochen, die die Sicherheit des Radverkehrs aus Sicht der AGFK noch deutlich verbessern können. Genannt wurden u.a. weitere Markierungen und Piktogramme auf den Straßen, die Erstellung eines für den Bürger einsehbaren Winterdienstplanes entlang der Verkehrsnetze oder gezielte kommunikative Maßnahmen für ein „Miteinander“ im Verkehr.

Die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ hat ab sofort sieben Jahre Bestand. Danach müssen weitere Fortschritte erkennbar sein und in einer sogenannten Rezertifizierung dargelegt werden.