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Rezepte gegen Einbruch /23-24


Redensarten

Wenn das Thema Einbruchschutz aufkommt, hört man immer wieder die gleichen (ablehnenden) Redensarten. Die Gründe für das "Wegwischen" ernsthafter Überlegungen dürften in zwei Ursachen liegen:

Redensarten sind schwer zu diskutieren, da sie immer einen wahren Kern enthalten, auch wenn sie überwiegend falsch sind. Die Frage ist: wie wahr oder wie falsch?
 
Um die Diskussion zu versachlichen, haben wir die häufigsten Redensarten aufgelistet und mit "richtig(+)" und "falsch(-)" bewertet.
 
Ich tue nichts, denn ...
 
... wenn einer 'rein will, kommt er auch 'rein!
+ der Hausbesitzer kommt immer 'rein, zB. nach Schlüsselverlust
+ Zieleinbrecher (1-5% der Täter) kommen meistens 'rein, aber sie
   kommen nur bei besonders lohnendem, meist vorher bekanntem Ziel
- Gelegenheits- und Serieneinbrecher (95-99% der Täter) haben's
   z.B. beim Nachbarn mit gesichertem Haus aufgegeben und kommen nun zu Ihnen
- 1994 gab es 211000 Wohnungseinbruchversuche,
   70000 scheiterten an Sicherungen oder Störungen. Bei den erfolgreichen
   Einbrüchen waren die wenigsten Wohnungen gesichert.
 
... bei mir ist nichts zu holen!
+ Zieleinbrecher (1-5% der Täter) kommen nur, wenn
   die Beute groß und den Aufwand wert ist
- Gelegenheits- und Serieneinbrecher (95-99% der Täter)
   sind auch mit einer kleinen Beute zufrieden
- woher soll der Einbrecher das wissen; seine Erfahrung
   sagt etwas anderes (Durchschnitt je Tat: ca. €650)
- zählen Sie 'mal den Wert Ihres Schmucks zusammen.
 
... bei mir ist immer jemand da!
+ die meisten Einbrecher bevorzugen Wohnungen/Häuser,
   wo gerade niemand zu Hause ist
- 30% brechen (unbewusst oder bewusst) trotzdem ein ("Fensterbohrer")
- trotzdem ist auch Ihre Wohnung/ Haus manchmal leer (tagsüber)
- es kommen auch "Nerverl" und "Brutalos";
   bei einem Zusammenstoß kann man angegriffen werden.
 
... meine Nachbarn passen auf!
+ Ja, aber nur im Prinzip; d.h. es gibt auch Ausnahmen
- nicht an Haus- und Terrassentür (weil man den Einbrecher
   für ein Familienmitglied hält
- nicht zu allen Zeiten (beim Fernsehen, 24 - 6 Uhr)
- nicht, wenn sie ihren Rollladen geschlossen haben
- nicht bei Tricks (zB. Arbeiter einer Firma).

... wenn die Tür zufällt, wird es teuer sie zu öffnen!
- der Reserveschlüssel liegt bei Nachbarn/ Freunden/ im Schlüsseldepot (s. Serie 03)
- der Profilzylinder hat Gefahrenschließung (s. Serie 06).
 
(Serie 23/27.01.08)

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Rezepte gegen Einbruch /24


Ich tue nichts, denn ...
 
... ich will meine Freiheit nicht einschränken
   Diese Redensart hat den dekadenten Charme des
   ADAC-Spruchs: "freie Fahrt für freie Bürger".
   Gemeint ist eigentlich folgendes:

... ich will nicht in einer Festung leben
+ wirklich zu sehen sind nur Fenstergitter
+ die ganze Familie muss die Schlösser bedienen
   (das ist in Wirklichkeit die einzige ernsthafte Belastung
   durch den Einbruchschutz; darum sollten Sie auch
   die Empfehlungen der Serien 06 und 12 beachten).
- Gitter können eine Verschönerung / Kunstwerk sein
- Gitter in WC, Bad, Schlafzimmer (evtl. auch Küche) stören nicht
- vergitterte Fenster können zum Lüften unbesorgt gekippt bleiben.
 
... bei Feuer komme ich nicht raus!
+ es geht durchs Erdgeschossfenster ohne Schloss schneller
- normalerweise laufen Sie zuerst den bekannten Weg (auch bei Rauch)
   und klettern nicht durchs Fenster
- im Keller sind die Sicherungen schlüssellos.
- Sie haben die Schlüssel tags in der Tasche / nachts im Nachtkästchen
- ein Wohnungs-/ Gebäudebrand ist 12* seltener als ein Einbruch
 
... meine Versicherung zahlt alles!
+ Ja, aber nur im Prinzip; d.h.
- Sie müssen die Vertragsbedingungen einhalten
- Obergrenzen bei Wertsachen (Geld, Schmuck, ...)
- keine beruflichen Räume
- keine Verletzungs- oder Invaliditätsschäden
- nach einigen Jahren nur den Zeitwert (VHB74).
 
Bedenken Sie immer:

-- die schlechte Sicherung verführt dazu, gerade bei
    Ihnen einzubrechen!
-- oft ist der Schaden höher als der gestohlene Wert!
-- es können auch Vandalen kommen und alles
    versauen oder anzünden!
-- sensible Menschen verlieren ihr Vertrauen und
    werden psychisch anfällig!
-- bei einem Zusammenstoß mit dem Täter kann man
    verletzt werden und behindert bleiben!
 

Einbruchschutz ist Bürgerpflicht

Wenn wieder eine Einbruchserie abgelaufen ist, rufen manche nach mehr Polizei, nach härteren Strafen usw.. Beim Einbruchschutz brauchen Sie keinen Staat mit all seinen Behörden. Jeder Bürger kann und muss sich selbst darum kümmern!
Der Staat sollte die Gesetze für die Verbrechens-Vorbeugung ergänzen, zB. in die Bauordnungen entsprechende Forderungen einsetzen. Nur im Land Berlin gibt es einen Passus, der einbruchhemmende Wohnungstüren vorschreibt.
 
(Serie 24/27.01.08)
Kontakt: "Rezepte gegen Einbruch"

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