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Rezepte gegen Einbruch /03-05


Türen

Einzelpunkte (Bild)

Einbrecher lieben Türen. Sie fallen nicht auf und haben einen bequemen Flucht- und Transportweg. Deshalb brechen bei Etagenwohnungen 85%, bei Häusern 10% durch die Tür ein. Die niedrige Zahl bei Häusern liegt mit daran, dass die Hausbesitzer seit etwa 20 Jahren vermehrt Türschutzbeschläge und kräftige Schließbleche einbauten. Nebentüren, zB. Kelleraußentüren, sind extrem gefährdet.

Türspion (s. Serie B.2.2) Die Höhe muss auf den kleinsten Erwachsenen abgestimmt sein. Für Kinder ist ein zweiter, tieferer Türspion notwendig. Produkte mit 200°-Winkel gibt es zB. von Abus, edi, Ikon, Sträb; €10, mit Montage €20.
Video-Sprechanlage (s. Serie B.21.3) (Bild). Zu empfehlen, wenn der Eingang schlecht einzusehen ist, ab €350.

Türblatt (s. Serie B.2.1). Beim Einbau des Türspions können Sie den Aufbau des Türblatts erkennen. Falls die Tür leichter als 25kg (Badezimmerwaage!) oder dünner als 40mm ist, bzw. wenn sie schwache Füllungen enthält, sollten Sie aufdoppeln. Dazu schrauben Sie eine Sperrholzplatte 8mm dick (15kg) mit Spanplattenschrauben, zB. 5*40 in 250mm Abstand, auf das Türblatt und lackieren sie. Falls Sie stabile Türbänder haben, legen Sie ein Stahlblech 1mm (15kg) darunter. Sinnvollerweise schrauben Sie alles auf die Außenseite (mit 2mm Spalt ringsum), das ergibt einen zusätzlichen Falz. Wenn der Vermieter das nicht erlaubt, montieren Sie auf der Innenseite. Die Tür darf sich nicht verziehen! Beim Auszug können Sie alles wieder entfernen (Löcher verspachteln und lackieren). Die Kosten liegen um: Sperrholzplatte (lackiert) €40 + Blech €50, Montage plus €45.

Glaseinsätze (s. Serie B.9.2,.3). Häufig wird Drahtglas als Türfüllung eingesetzt. Es ist einbruchfördernd! Der Draht bietet kaum zusätzliche Festigkeit, aber er verhindert, dass Glasscherben auf den Boden fallen. Deshalb sollten Sie einbruchhemmendes Glas verwenden. Gutes Isolierglas (k=1,3) mit Hemmung Klasse 4 (alt: A3) kostet je 1qm um €340, B1 um €550, mit Montage und Entsorgung. Alternativen sind innen verschraubte Gitter oder, statt Glas, festes Material, zB. Sperrholz + Blech + Isolierung + Sperrholz.

Briefschlitz. Viele Leute lassen die Tür nur ins Schloss fallen. Wenn sie den Schlüssel vergessen hatten, brachen sie durch den Briefschlitz bei sich selber ein. Doch das kennen auch die Einbrecher. Deshalb sollten Sie auf der Innenseite eine stabile, nach unten führende Abdeckung einbauen oder einen stabilen, zuschnappenden Kasten, der sich nur mit einem Schlüssel öffnen lässt. Alternativ dazu können Sie den Briefschlitz ganz schließen und einen neuen Briefkasten an Zaun, Mülltonne oder Hausmauer befestigen (s. Serie B.2.3).

Schlüsseltresor (s. Serie 20 und B.16.1) (Bild). Schlüssel sollten Sie nie in der Nähe der Tür aufbewahren. Sie gehören in einen Schlüsseltresor, ein Rohr mit 50-80mm Durchmesser und 150mm Länge. Mit einer Bohrkrone wird ein Loch in die Mauer gebohrt, der Tresor mit Eisendraht umwickelt und einzementiert. Das geht schnell und macht wenig Dreck. Ein Halbzylinder mit der Schließung des Haustürschlüssels versperrt ihn. Schlüsseltresore gibt es zB. bei Brundert, Ikon; €75 - 175, Montage plus €50.

Reserveschlüssel (s. Serie B.20). Einer sollte beim Nachbarn, ein zweiter bei Freunden im Tresor hinterlegt sein. Das Schild muss eine unverfängliche Bezeichnung tragen. Auch ein Schlüsseldienst kann Ihre Schlüssel verwahren.
 
(Serie 03/27.01.08)

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Rezepte gegen Einbruch /04


Türrahmen. Verdübeln Sie ihn mit zB. 8 Stück 10*180 (Beton: Metall, Ziegel: Plastik); davon werden 3 durch die Hinterhaken und 1 durch das Schließblech ersetzt.

Vorhandene Beschläge sind oft sehr windig befestigt! Tauschen Sie alle Schrauben gegen dickere und längere aus, zB. 5*60, zugbelastete gegen zylindrische Spanplattenschrauben. Einbohrbänder sollten vom Falz aus durchbohrt und mit einem Stahlnagel, zB. 2,5*50 verstiftet werden (Details s. Serie 07 und B.17).

Hinterhaken (s. Serie B.2.8). Auf der Bandseite des Türflügels steckt ein Stift, der beim Schließen in das Loch eines Blechs am Türrahmen greift. Montieren Sie drei Paar und verankern Sie die Bleche zusätzlich mit je einem Mauerdübel. Die Preise für 3 Paar, zB. von Brundert, edi, Ikon liegen zwischen €20 und 80, plus Montage €45.

Schließblech (s. Serie B.2.4). Es ist meist die schwächste Stelle einer Tür. Es sollte mind. 300mm lang sein und drei Maueranker haben. Es kostet um €25, mit Montage €50, zB. von Abus, Brundert, edi, Ikon.

Tür-Schutzbeschlag (s. Serie B.2.5,.6). Meist fehlt der Kernziehschutz, eine Stahlkappe, die den Profilzylinder umfasst. Beispiele sind in Ganzstahl: Ikon S418 €100, mit Alu-Umkleidung: Abus, edi, Ikon; €75, Montage plus €25.

Sperrkette/Sperrbügel (s. Serie B.2.7). Sie verhindern den Zutritt fremder Leute. Sie sollten Teil des Schlosses und durch den Türspalt aufzuschließen sein, zB. von Abus, Burgwächter, Ikon; €40, mit Montage €65.

Weiche Bereiche. Ziehen Sie zwischen den Türbändern (Türangeln) und zum Schloss Linien. Die obere und untere Ecke der Schlossseite befinden sich außerhalb dieses stabilen Dreiecks und sind damit Angriffspunkte.
Zusätzlich zum Hauptschloss bieten sich folgende Alternativen an (mit Knauf für volle Türen, mit Schlüssel innen für Türen mit Glaseinsatz):

Aufbauschloss mit Sperrbügel (s. Serie B.2.9), zB. von Abus, BKS, Ikon; alle €75, mit Montage €110.

Einbauschloss mit Sperrbügel, (s. Serie B.2.10) ohne Falle, zB. von Ikon; €90, mit Montage €120, plus Profilzylinder.

Aufbau-Mehrfachverriegelung (s. Serie B.2.11). Sie sichert auch die weichen Bereiche. Es gibt sie mit Sperrbügel, zB. von Abus, Ikon; €175-225, plus Montage €75.

Einbau-Mehrfachverriegelung. (s. Serie B.2.12,.13). Sie ersetzt das Hauptschloss und sichert auch die weichen Bereiche; mit Montage €300, plus Profilzylinder. Für Türen mit Seitenblende fordern Sie Hakenriegel, welche die beiden Türteile miteinander verkrallen. Es gibt sie zB. von Fuhr, G.U, KFV, Roto, Schüring, Wilka. Der Einbau ist erfahrenen Handwerkern vorbehalten! Sperrkette zusätzlich oder Fuhr, Winkhaus mit Sperrbügel.

Alle bisher genannten Schlösser müssen bei Verlassen der Wohnung/ des Hauses mit dem Schlüssel abgesperrt werden; der Riegel des Hauptschlosses muss also ausgefahren sein. Anderenfalls zahlt die Hausratversicherung nicht, da eine zugezogene Tür nur durch die Falle gesichert wäre; und diese kann man relativ einfach zurückschieben.

Automatische Einbau-Mehrfachverriegelung. (s. Serie B.2.14,.15). Auch sie ersetzt das Hauptschloss und sichert die weichen Bereiche; mit Montage €400, plus Profilzylinder. Für Türen ohne Seitenblende eignet sich die Version mit Riegeln, zB. Gretsch-Unitas G.U-Secury Automatic, auch mit Sperrbügel lieferbar. Für Türen mit Seitenblende fordern Sie Hakenriegel, welche die beiden Türteile miteinander verkrallen, zB. Fuhr Multisafe 853, Winkhaus STV-AV2. Der Einbau ist erfahrenen Handwerkern vorbehalten! Da diese Produkte nicht mit Sperrbügel lieferbar sind, ist eine zusätzliche Sperrkette erforderlich.

Der besondere Vorteil der automatischen Verriegelung ist, dass -- auch wenn Sie (für kurze Zeit) die Tür nur zuziehen -- mind. zwei Bolzen/ Haken ausgefahren und verriegelt werden. Damit können die Schlösser nicht mehr von außen zurückgeschoben werden, zB. mit dem -- aus Kriminalfilmen bekannten -- sog. "Scheckkartentrick" (in Wahrheit keine Scheckkarte, sondern ein anderes Material). Eine so verschlossene Türe lässt sich nur von innen mit dem Türdrücker oder mit einem Schlüssel öffnen. Auch für die Hausratversicherung gilt eine solche Tür als verschlossen.
Bei längerer Abwesenheit sollten Sie die Türe trotzdem richtig absperren; dann lässt sie sich auch nicht mehr mit dem Türdrücker öffnen -- nur noch mit einem Schlüssel. Damit verhindern Sie, dass ein durch ein Fenster/ eine Fenstertür eingedrungener Täter bequem und unauffällig Ihre Wohnung durch die Haustür ausräumt.

Panzerriegel (s. Serie 12 und B.13). Er verstärkt die Tür, da er direkt in der Mauer befestigt ist (Beton: Metall, Ziegel: Plastik mit Klebeanker, (s. Serie B.17); Einbauhöhe ca. 700mm. Produkte mit Sperrbügel sind zB. von Abus, Ikon, Wilka; um €300, mit Montage €450, plus Profilzylinder. Mit Mehrfachverriegelung, zB. von Ikon kostet er ab €550.
 
(Serie 04/27.01.08)

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Rezepte gegen Einbruch /05


Für alle Türen gelten die Punkte: Türspion, Briefschlitz, Türrahmen/-blatt, Glaseinsätze, vorhandene Beschläge, Hinterhaken, Schließblech, Schutzbeschlag. Dagegen hängen Schlösser von Geldbeutel und Türart ab.

Wohnungstür (Bild)

Haustür (Bild)

Nebentüren (Bild)

Sie sind oft verdeckt, so dass der Einbrecher gut "arbeiten" kann. Am gefährdetsten sind Kelleraußentüren. Nebentüren müssen stabil wie eine Haustür sein. Glaseinsätze (auch mit Gitter) sind zu vermeiden. Die Tür sollte nur von innen zu öffnen sein. Bauen Sie ein Profilzylinder-Schloss mit Halbzylinder ein. Entfernen Sie die Außenklinke und verschließen Sie die Öffnungen mit einem Türschutz-Blindbeschlag.
Vorlegeriegel bieten hohe Widerstandskraft und sind billig. Zwei Stück, beim oberen und unteren Viertel der Türhöhe, sind erforderlich (s. Serie B.12): Am besten wäre es, die Kelleraußentüren zuzumauern und den Kellerabgang zuzuschütten.
 
(Serie 05/17.02.08)
Kontakt: "Rezepte gegen Einbruch"

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